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Die ersten vier Monate Mama – eine Zwischenbilanz

16. Juli 2019

“Die Zeit rennt” und das merke ich so richtig, seitdem der Babymann auf der Welt ist. Der kleine Babymann ist nun 4 Monate alt und wenn mich jemand fragt „Wie ist es denn so?“ Dann antworte ich – Wunderschön und ich würde es nie mehr anders wollen. Ich möchte euch ein bisschen erzählen über die letzten Wochen, die mein Leben komplett verändert haben – es geht also um Muttergefühle und wem das zu viel Sentimentalität ist, der sollte lieber nicht weiterlesen.

Der Start in ein völlig neues Leben

Einen Geburtsbericht werde ihr von mir nicht lesen, denn ich möchte niemanden Angst machen. Ich verrate nur soviel, es war eine verdammt lange Geburt, ich habe gekämpft und am Ende doch verloren weil der kleine Mann nicht so wollte wie die restliche Mannschaft im Kreissaal. Leider ist die Geburt nicht so geendet, wie ich mir das gewünscht habe und zum Wohle des Kindes musste am Ende nach einem sehr langen Kampf und völliger Erschöpfung ein Not-Kaiserschnitt gemacht werden. Der kleine Mann brauchte dann nach der Geburt noch etwas Starthilfe und lag verkabelt auf der Intensivstation während ich eine Etage tiefer und unzählige Flure entfernt in einem Bett lag und erstmal nicht aufstehen durfte. Aber an diese Vorschrift habe ich mich nicht gehalten, ich hatte ein Baby und wollte nichts mehr auf der Welt als es sehen und im Arm halten. Jede Nacht es alleine in dem Bettchen zu lassen war ein wahr gewordener Albtraum. Abends oft von meinen Gefühlen überrollt, machte ich im Krankenhaus aus Angst und Sorge fast kein Auge zu. Der schönste Tag und die schlimmste Woche meines Lebens lagen so nah beieinander. Nach einem schwierigen Start durften wir nach 7 Tagen Krankenhaus nach Hause und schliefen das erste Mal in einem Raum. Endlich zu Hause, wusste ich, dass alles besser wird. Die ganze Last und Angst der ersten Tage fiel von mir ab. Die vielen Tränen der Sorge trockneten und ich machte in der ersten Nacht trotzdem kein Auge zu. Endlich lag unser kleines Wunder neben mir und ich beobachte meinen kleinen Babymann einfach nur. Ich lauschte seinem Atem und beobachte jede seiner Bewegungen.

Ein gutes Team

Angekommen sind wir ziemlich schnell, der Herzmann musste als wir endlich zu Hause waren direkt wieder arbeiten und so waren wir Beide auf uns allein gestellt. Die ersten 4 Tage habe ich das Haus nicht verlassen und der Kampf des Stillens begann. Als es endlich klappte, gab es für mich nichts schöneres als den kleinen schmatzenden Geräuschen zu lauschen und das zufriedene Seufzen wenn er satt war (die Anfänglichen Schmerzen habe ich natürlich längst vergessen). Auch wenn ich körperlich ziemlich erschöpft war, vergingen die ersten Wochen wie im Rausch. Ein Rausch aus Liebe, Hormonen, Muttermilch, Windeln und Müdigkeit. Wir “groovten” uns ein und wurden ein gutes Team.

Er wird so schnell groß

Fast jeden Tag entdecke ich neue Entwicklungen, sei es äußerlich oder eine Fähigkeit oder eine Veränderung des Charakters. Es ist wirklich unglaublich was er jetzt schon alles kann. Aus dem kleinen zerbrechlich aussehenden Neugeborenen ist ein Baby geworden, mit zuckersüßen Speckbeinchen und kleinem Doppelkinn. Die Vokuhila-Matte im Nacken wächst aber auch auf dem restlichen Kopf sprießen immer mehr hellblonde Haare, die Augen werden immer heller und das Blau gleicht dem Ozean. Auch nach 4 Monaten muss ich mich fast täglich zurückhalten, dass ich ihn nicht anknabbere oder aufsauge, so süß ist er einfach.

Ich feiere jeden Erfolg, der Greifreflex ist zu einem richtigen Greifen mit beiden Händen geworden, er hebt den Kopf und liegt entspannt auf dem Bauch als hätte er nie etwas anders getan. Er verfolgt alles und jeden mit seinen Blicken und alles was er mit seinen kleinen Fingerchen greifen kann wird in den Mund gesteckt und erstmal feuchtfröhlich eingeweicht. Er lässt sich mit allem begeistern und beschäftigt sich alleine unter seinem Spielbogen und versucht die ersten Drehungen.

Flexibilität

Früher hatte ich für alles einen Plan, mein Leben war ziemlich strukturiert, nun lerne ich die Flexibilität. Mit Baby ist nicht alles planbar und wenn ich meine geplanten ToDos des Tages nicht schlaffe, dann ärgere ich mich nicht mehr darüber. Ich reagiere situationsabhängig und versuche einen Mix aus Routine und Flexibilität zu schaffen. Es gibt Tage da schaffe ich alles im Haushalt, während der Babymann auf seiner Decke spielt und mich beobachtet. Dann gibt es Tage, da funktioniert überhaupt nichts weil er mich dann einfach braucht, die Nähe sucht und ich am besten gar nicht erst den Raum verlasse. Und trotzdem bekomme ich es auch dann irgendwie immer wieder hin, dass es aufgeräumt ist und zum Feierabend des Mannes das Essen auf dem Tisch steht – Babytrage sei Dank.

Aber schwierige Tage haben wir bislang wirklich wenige. Ich sage immer mein kleiner Mann, ist das perfekte Anfängerbaby und wir haben soviel Glück mit ihm. Er ist unheimlich friedlich und genügsam. Er meckert leise vor sich hin und wenn Mama dann nicht reagiert wird geweint und langsam mit und mit eine kleine Steigerung der Lautstärke hervorgerufen. Bei Fremden ist er sehr aufgeschlossen, meist beobachtet er sie eine Weile und wenn der Gegenüber freundlich ist, beginnt er schnell zu lächeln.

Mamasein

Das Mamasein zumindest am Anfang habe ich mir stressiger vorgestellt. Ja ich bin müde und habe Augenringe und manchmal weiß ich nicht wie ich die Nacht überstanden habe und wundere mich selbst, dass ich während des stillens noch nie aus dem Bett gefallen bin aber für mich gibt es nichts schöneres. Jede Mama ist wunderbar und weiß was für ihr Baby das Beste ist. Natürlich frage ich auch Freunde, Verwandte oder Google wenn ich mir nicht sicher bin aber am Besten handel ich immer noch nach Bauchgefühl. Ich denke mir immer, irgendwie bekommen wir Zwei das schon hin und bislang denke ich, haben wir auch bislang alles sehr gut gemeistert.

Das große Glück

Vermisse ich etwas? Manchmal denke ich an mein Leben wie es ohne ihn war. Ich war frei, konnte ins Kino gehen wann ich wollte, auf Konzerte gehen oder abends beim Grillen ein Bierchen trinken. Aber das alles wird wiederkommen und wenn ich morgens mit einem strahlenden Lächeln geweckt werde, dann würde ich mit niemanden auf der Welt tauschen wollen. Ein Kind zu haben erfüllt mich ungemein, und ich glaube es hat mich bislang nichts so erfüllt. Kinder haben ist einfach toll!

Ich bin an meiner Aufgabe eine Mama zu sein gewachsen und vor allen Dingen bin ich viel ruhiger und gelassener geworden. Ich ärgere mich wenig und auch wenn ich jeden Tag eine Menge an Aufgaben bewältige und jeder Tag eine Herausforderung ist und mich manchmal eine Müdigkeit überrollt, ist die Liebe  zu meinem Baby riesig und das Schönste am Mama sein? Dass man nie wieder alleine ist…

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2 Kommentare

  • Antworten Carolin 16. Juli 2019 at 08:06

    Das ist so schön geschrieben! Ganz liebe Grüße von einer Baldmama <3

    • Antworten Jessi 18. Juli 2019 at 08:26

      Vielen lieben Dank. Ich wünsche Dir noch eine schöne Schwangerschaft und eine ganz tolle Kennenlernzeit.

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